Erster Knackpunkt – Potentieller Käuferkreis – Sicherheitenverwertung im Ernstfall
Auch wenn für den einen oder anderen nicht nachvollziehbar, wie nicht jeder einen Resthof lieben kann: Für den Großteil der Hausinteressenten in Deutschland ist ein Resthof nun mal nicht der große Traum. Für viele potenzielle Hauskäufer ist die Doppelhaushälfte, das Reihenhaus oder das freistehende, klassische Einfamilienhaus mit moderater Grundstücksgröße der beliebteste Gebäudetyp. Nicht für jedermann und -frau ist ein Hof mit riesigem Grundstück ein Traum, sondern insbesondere viel Arbeit.
Und so sehen dies auch potenzielle Kreditgeber. Ein eingeschränkter potenzieller Käuferkreis erschwert im Fall der Fälle die Verwertung der Immobilie stark, sollte das Objekt aufgrund ausbleibender Zahlungen durch den Kreditgeber in die Zwangsvollstreckung übergehen. Diese Tatsache berücksichtigen Banken bei der Kreditprüfung ganz besonders bei Resthöfen. Ergebnis: eine eingeschränkte Bankenauswahl bei der Wahl der passenden Bank. Außerdem ist davon auszugehen, dass ein erhöhter Eigenkapitaleinsatz erforderlich sein wird. Neben den Kaufnebenkosten sollten – je nach Objekt und Objektzustand sowie Lage – mindestens 20 % des Kaufpreises eingeplant werden.
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Mehr InformationenDazu passend: YouTube-Short zum Thema „Resthof finanzieren“
Der große zweite Knackpunkt – Außen- vs. Innenbereich
Der noch größere Nachteil bei Resthöfen: Diese befinden sich in der Regel nicht – wie klassische Reihen-, Einfamilien- und Doppelhäuser – in Wohngebieten bzw. im sogenannten Innenbereich, sondern im sogenannten Außenbereich.
Dies ist dahingehend nachteilig, da im Außenbereich die Bebauung ausdrücklich nicht gestattet ist – mit Ausnahmen für:
Im Innenbereich hingegen ist die Bebauung grundsätzlich erlaubt, mit Einschränkungen wie:
Bedeutet kurzum:
Außenbereich: Bebauung und auch nachträgliche Erweiterung auf Grundstücken im Außenbereich nur eingeschränkt bzw. teils gar nicht möglich – hier besteht eine starke Abhängigkeit von Einzelfallentscheidungen beim Stellen eines Bauantrages.
Innenbereich: Hier ist die Bebauung grundsätzlich möglich, sofern man sich an die jeweiligen Auflagen und – sofern vorhanden – den Bebauungsplan hält.
Dieser Umstand macht es für viele Banken zusätzlich unattraktiv, die Finanzierung eines Resthofes zu begleiten.
Was benötigt wird, um einen Resthof zu finanzieren
Was wirklich benötigt wird, damit Sie die Finanzierung eines Resthofes realisieren können, kann von Fall zu Fall stark variieren und sollte immer individuell geprüft werden (kommen Sie hierzu gerne auf mich zu). Um dennoch eine Orientierung bieten zu können, lautet meine Empfehlung:
- Die Zahlung der Kaufnebenkosten aus Eigenkapital ist obligatorisch.
- Weitere 35 % der Gesamtkosten (Kaufpreis + etwaige Modernisierungskosten) sollten ebenfalls aus Eigenmitteln beglichen werden.
- Eine Zusatzsicherheit in Form einer Immobilie kann die Finanzierung weiter optimieren oder aber den notwendigen Eigenkapitaleinsatz verringern.
- Die Bonität sollte ausgezeichnet sein.
In diesem Fall wären die Aussichten, einen Resthof zu finanzieren, grundsätzlich gut – hängen aber, wie immer, von Fall zu Fall von der Gesamtkonstellation ab.


